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Artikel vom 09.12.2018

Andacht Januar/Februar 2019

Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ (Psalm 34,15)

Foto: pixabay.com

Die Jahreslosung 2019 spricht in eine Welt hinein, in der Kriege und Konflikte zur Tagesordnung gehören. Die Krisengebiete finden sich nicht nur im Jemen, Syrien, Afghanistan und dem Nahen Osten. Mancher Krieg wird in den Familien und Nachbarschaften, in Schulen und Büros – und leider auch in manchen Gemeinden ausgetragen.

Die Jahreslosung 2019 spricht zugleich in eine Welt hinein, in der sich viele Menschen um Frieden mühen. Friedensinitiativen und -konferenzen, Versöhnungsdienste und diplomatische Bemühungen finden an vielen Stellen statt – Gott sei Dank. (Nebenbei die Anmerkung: Ich glaube, dass wir gut daran tun, für diese Bemühungen zu beten und sie zu würdigen, anstatt sie zu kritisieren und abwertend zu betrachten.)

Die Jahreslosung 2019 spricht noch viel mehr in unsere, in deine und meine Welt hinein. Sie wird uns zu einem Auftrag, den Jesus uns persönlich anvertraut hat und mit dem er uns in unsere Welt sendet. Was dieser Auftrag bedeutet und wie er gelebt werden soll, zeigt der Zusammenhang des Verses. Psalm 34 wird rückblickend von dem späteren israelischen König David gebetet. Dieser war auf der Flucht vor dem amtierenden König Saul, der in einem maßlosen Hass David verfolgte, um ihn zu töten. Mehreren Mordanschlägen konnte David bereits ausweichen. Als es immer enger und gefährlicher für ihn wurde, floh David in das Gebiet eines mit Israel verfeindeten Volkes. Dort hoffte er, dem Hass Sauls zu entweichen und unerkannt untertauchen zu können. Als er jedoch entdeckt und zu dem König gebracht wurde, spitzte sich seine Lage gefährlich zu. Nur durch einen perfekt gespielten Wahnsinn konnte er sich retten (1. Samuel 21,11ff berichtet davon). Und doch ging seine Flucht vor Saul weiter, der sich geschworen hatte, ihn zu vernichten. In dieser Situation entsteht Psalm 34. David bekennt darin die Treue und Hilfe Gottes, die ihn bisher begleitet haben. Und er gibt einige wichtige Ratschläge aufgrund seiner Erfahrung. Diese beginnen: „Kommt her, ihr Kinder, hört mir zu. Ich will euch die Furcht des Herrn lehren. Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?“ (V.12–13). Dem schließt sich der Vers der Jahreslosung an: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Anders gesagt: Wer gerne gut leben und die schönen Seitens des Lebens erleben will, der soll alles tun, um den Frieden zu fördern. Friede meint hier „Schalom“. Und das beschreibt nicht die Abwesenheit von Streit und Krieg, auch keine Friedhofsruhe in den Beziehungen. „Schalom“ meint die Wiederherstellung von dem, was kaputt gegangen ist und die Überwindung von unheilvollen Zuständen. Es bedarf des persönlichen Entschlusses, alles dafür zu tun, dass der Friede konkret wird. Dabei lerne ich von David, dass er nicht anklagend auf diejenigen sieht, die gegen ihn sind und ihm das Leben zur Hölle machen. Er wartet nicht darauf, dass diese endlich einen Schritt zum Frieden gehen. Nein, er entschließt sich, alles dafür zu tun, damit er den Frieden mit diesen Menschen fördert. Dazu kann die schützende Distanz ebenso gehören, wie der Verzicht auf Nachtragen, Anklage oder zurückzuschlagen. Es bedarf der Bereitschaft, für den Frieden Opfer zu bringen und manche Mühe auf sich zu nehmen. Von David lerne ich, dass er dazu bereit war und Gott dies bestätigt hat. Sich um Versöhnung zu mühen bedeutet, Ansprüche und Erwartungen, Bequemlichkeit und Rückzug zu opfern. Es bedeutet, die Mühe des ersten Schrittes ebenso auf sich zu nehmen, wie die Mühe der weiteren Schritte. Es bedarf des Glaubens, dass Jesus das Mühen um Frieden als Werkzeug dafür nutzt, um den Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. So hat David im Gottvertrauen gelebt und gehandelt. Davon sollen wir uns anstecken lassen.

Jesus wird in Jesaja 9,5 als der „Friedefürst“ bezeichnet. In seiner Herrschaft zu leben und ihm nachzufolgen bedeutet, dem Frieden dienen – zwischen Gott und Menschen  und unter den Menschen. Dafür will ich mich einsetzen. Sind Sie dabei?

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und „Frieden-volles“ Jahr 2019.Ihr Siegfried Winkler