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Artikel vom 14.06.2020

Corona als Chance, Herausforderung und Weichenstellung

Als uns die ersten Nachrichten von an Corona Erkrankten in China in Deutschland erreichten, dachte sicher niemand daran, welche weitreichenden Folgen diese Krankheit für unser Leben, unsere Gesellschaft, die Wirtschaft und das öffentliche Leben haben wird. Und niemand konnte sich vorstellen, dass dadurch unser Gemeindeleben komplett auf den Kopf gestellt werden wird. Heute, einige Monate später, lohnt sich ein kurzer Rückblick auf das, was sich seither ereignete.

Sonntag, 15. März: Der letzte „normale“ Gottesdienst mit Kindergottesdiensten fand vor den Ausgangsbeschränkungen in der Gemeinde statt. Er stand bereits im Zeichen von Corona. Viele kamen aus Sorge um ihre Gesundheit nicht mehr zum Gottesdienst, so dass weniger als die Hälfte der sonst üblichen Besucher teilnahmen.

Ab Montag, 16. März: Es wird deutlich, dass die kommenden Ausgangsbeschränkungen bedeuten, dass wir für die nächste Zeit keine Gottesdienste und andere Veranstaltungen mit Besuchern durchführen können. Es wird beschlossen, die digitalen Möglichkeiten so weit als möglich zu nutzen.

Freitag, 20. März: Nachdem an diesem Tag die Ausgangsbeschränkungen greifen, wurde der erste Gottesdienst für die Ausstrahlung über einen noch zu schaffenden YouTube-Kanal aufgezeichnet. Für alle Beteiligten war dies Neuland und geschah mit „heißer Nadel“.

Sonntag, 22. März: Der erste Online-Gottesdienst wird über unseren YouTube-Kanal ausgestrahlt. Mittlerweile wurde er über 800 Mal geklickt.

Ab Montag, 23. März: Unser Gemeindesaal wurde immer mehr zu einem Studio, in dem die Technik für die Gottesdienstaufzeichnungen aufgebaut wurde. In den nächsten Wochen fanden hier jeweils die Aufzeichnungen der Gottesdienste statt. Diese bedeuteten für alle Beteiligten eine große Umstellung und zugleich spannende Herausforderungen.

HERZLICHEN DANK an alle, die sich darauf eingelassen haben. Besonders dankbar sind wir für das Know-How, das Sem Dietterle und Rolf Schreyer in die Produktion einbringen. Ohne sie hätte es die Gottesdienste nicht in dieser ansprechenden  Weise gegeben – und ein Dankeschön natürlich an viele weitere Mitarbeiter, die sich vor unter hinter der Kamera großartig engagierten.

Donnerstag, 26. März: Die Gemeindeleitung trifft sich, um intensiv die Frage zu bedenken, wie wir unser Gemeindeleben angesichts der Coronakrise gestalten können. Es wurde beschlossen, die digitalen Möglichkeiten soweit als möglich zu nutzen. Neben den digitalen Gottesdiensten und Kindergottesdiensten begannen etliche Kleingruppen, sich online zu treffen. Neue Angebote wurden nach und nach geschaffen.Weiterhin hat die Gemeindeleitung beschlossen, die Sitzungen künftig per Videokonferenz durchzuführen und die Sitzungshäufigkeit mit wöchentlichen Meetings deutlich zu erhöhen.

Sonntag, 29.3.: Seit diesem Sonntag gibt es einen eigenen Online-Kindergottesdienst. Dieser wird nicht nur von Kindern begeistert angenommen. Die Kreativität von Sem Dietterle ist mitreißend.

Ab April: „Learning by doing“ ist das Motto für unsere Gottesdienste und weiteren Veranstaltungen. Die Aufzeichnungen bedeuten nicht nur Herausforderung und Stress, sondern machen zunehmend Spaß. Die Einspielung von Clips und Außenaufnahmen sind eine ansprechende Abwechslung in den Gottesdiensten. Notwendige technische Ausrüstung wurde bestellt. Aufgrund der hohen Nachfrage verzögert sich die Lieferung erheblich und es ist bis heute manche Improvisation notwendig.

Karfreitag, 10. April: Zum ersten Mal wurde ein Online-Abendmahl angeboten. Dazu erreichten uns etliche positive Rückmeldungen. Es wurde von vielen als ein besonderes geistliches Ereignis erlebt.

Sonntag, 17. Mai: Der erste Gottesdienst kann wieder mit Besucher vor Ort gefeiert werden. Dazu musste von der Gemeindeleitung ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitete werden. Für die Besucher dieser Gottesdienste ist dies eine Möglichkeit, einander zu begegnen und Gemeinde zu erleben – wenn auch mit Einschränkungen. Die Gottesdienste werden live auf dem YouTube-Kanal übertragen und können dort auch weiterhin abgerufen werden.

Viele Rückmeldungen zeigen, dass sich neben unserer Gemeinde zunehmend eine „Online-Gemeinde“ bildet. Nicht nur aus verschiedenen Orten in Deutschland erreichen uns Rückmeldungen von Leuten, die unsere Gottesdienste und Kindergottesdienste regelmäßig sehen. Auch in der Schweiz, Holland, Brasilien und Österreich haben wir „Gottesdienstbesucher“. Leider können wir immer noch keine Kindergottesdienste vor Ort anbieten. Deshalb bleibt das digitale Angebot des Kindergottesdienstes auf YouTube sowie Online-Kleingruppentreffen für Teens und Jugendliche weiterhin bestehen. Es ist natürlich unser Ziel, möglichst bald wieder Angebote für Kinder in der Gemeinde zu haben. Dabei orientieren wir uns an den Erfahrungen von Kitas/Schulen nach Pfingsten, sowie an den Vorgaben unseres Verbandes.

Anfang Juni: Unter Beachtung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ist es möglich, dass sich Kleingruppen in unseren Räumen treffen.

Ein kurzes Zwischenresümee (Stand: 10. Juni 2020): Die Coronakrise ist eine große Herausforderung für unser Gemeindeleben. Vor allem, weil die Veranstaltungen vor Ort, die Gottesdienste, Kleingruppen und persönlichen Begegnungen nur sehr eingeschränkt möglich sind. Manche können die digitalen Angebote nicht nutzen. Deshalb sind wir gemeinsam herausgefordert, darauf zu achten, dass niemand abgehängt wird oder sich ausgeschlossen fühlt. Wir hoffen und wünschen uns, dass möglichst bald wieder ein Stück Normalität einkehrt; dass wir wieder gemeinsam mit allen Altersgruppen ­Gottesdienste feiern können, beim Kaffeetrinken miteinander ins Gespräch kommen, miteinander und füreinander beten und gemeinsame Unternehmungen starten können. Die Coronakrise ist eine große Chance für unser Gemeindeleben. Durch sie waren wir „gezwungen“, uns intensiv mit den digitalen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und diese zu nutzen. Das Ergebnis ist, dass wir wesentlich mehr Menschen mit unseren Gottesdiensten erreichen. Die Analyse zeigt, dass 30 – 40% derer, die unsere Gottesdienste auf YouTube anklicken, diese bis zum Ende ansehen. Das sind bei 500 Klicks mindestens 150 Personen, von denen viele als Ehepaare oder Familien dabei sind. Wir gehen deshalb davon aus, dass bei 500 Klicks deutlich über 200 Personen den Gottesdienst mitfeiern. 

Je länger wir die Online-Gottesdienste anbieten, desto mehr bildet sich eine kleinere aber treue Online-Gemeinde. Daher werden zwar die Klickzahlen kleiner, dagegen steigt die Zuschauerbindung. Das heißt, weniger Menschen klicken auf unsere Videos, aber diejenigen, die es tun, bleiben auch bis zum Ende des Gottesdienstes dabei. Etliche Gemeindeglieder nutzen unsere Online-Gottesdienste, um Angehörige, Freunde, Bekannte und Kollegen darauf hinzuweisen. So „besuchen“ Menschen unsere Gottesdienste, die vielleicht nicht einfach mit in die Gemeinde gekommen wären.Die Coronakrise ist eine Weichenstellung für unser Gemeindeleben. Wir werden auch künftig unsere Gottesdienste auf YouTube live übertragen und dort dauerhaft anbieten. So haben viele die Chance, die Gottesdienste auch später anzusehen. Dazu gibt es noch manche Fragen zu klären.

Außerdem werden wir künftig die digitalen Möglichkeiten dazu nutzen, um andere Veranstaltungen online zu über­tragen. So ist es denkbar, auch Gemeindeabende und Vorträge via Internet zu zeigen und die Möglichkeit zu Rückfragen, etc. anzubieten.

Danke: An dieser Stelle danken wir allen Mitarbeitern, die sich seit Beginn der Corona­krise zum Teil sehr stark engagieren und viel Zeit, Kraft und Ideen einbringen. DANKE, dass ihr Gemeinde gestaltet und in diesen besonderen Zeiten erlebbar macht! Ein besonderer Dank gilt hier auch Andrea Huber, die durch die Organisation des Musikteams und großen persönlichen Einsatz zum Gelingen der Gottesdienste beiträgt. Vor allem danken wir Jesus, der uns in dieser Zeit begleitet. Es ist eine tragende Gewissheit, dass er uns in der Hand hat. Und wir danken Jesus, dass er uns bis heute mit allem versorgt hat, was wir brauchen. Danke, wenn Sie unsere Gemeinde und die Arbeit der Gemeindeleitung in ihren Gebeten begleiten. Als Gemeinde­leitung beschäftigen wir uns ständig mit der Frage, wie wir das Gemeinde­leben gestalten und auf die sich ständig ändernden Gegebenheiten reagieren können.Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie Unterstützung benötigen oder Fragen und Anregungen haben.

Es grüßt Sie herzlichIhre Gemeindeleitung