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Artikel vom 13.04.2022

Andacht Mai/Juni 2022

„So ahmt nun Gott nach als geliebte ­Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch ­Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns ­gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.“ (Epheser 5, 1 – 2)

Foto: jatocreate/Pixabay.com

Christen tun nicht nur Gutes, um Gutes zu tun. Wirklich? Entscheidend für unser „gutes“ Handeln ist der Grund, warum wir dies tun. In Krisenzeiten ist die Hilfsbereitschaft groß und viele tun das „Gute“ aus freien Stücken, nicht weil es eine Verhaltensregel dafür gibt. Es fällt uns leicht, eine Spende zu tätigen, wenn wir betroffen sind von der Not, die wir vor Augen haben. Wir finden aber in der Bibel etliche Listen von guten Taten und Werken, die nicht so leicht von der Hand gehen. Und wenn Krisenzeiten länger dauern, dann ermüdet auch schnell wieder die anfängliche Hilfsbereitschaft. In den Versen rund um Epheser 5,1 – 2 können wir von vielen scheinbaren Regeln lesen, wie man zu leben hat. Ein paar wenige Anweisungen lauten so: Seid freundlich, lügt nicht und seid nicht zornig. Inmitten dieser Anweisungen, die wir als Regeln lesen könnten, finden wir den Fokus auf Gott und Christus. Wenn wir am Anfang vom Nachahmen lesen, dann wird schon sichtbar, es geht nicht um ein Verhaltenscode für Christen. Diese ersten beiden Verse meinen: Nicht Regeln halten, sondern sich an Jesus halten. In ihm wandeln, Gott suchen und sich von ihm prägen lassen. Das Christsein kennt keine Anleitung für ein gutes oder richtiges Verhalten. Es ist eben nicht wie bei einer Anleitung, um ein Regal zu bauen. Wenn man den aufgezeigten Schritten folgt, ist am Ende ein gutes Regal geschaffen. Wenn wir den christlichen Tugenden folgen, dann ist ein gutes Christsein geschaffen. Nein so ist es nicht. Diese Verse legen die Grundlage für alles, Jesus nimmt uns in seine Kindschaft und geht voraus, er lebt vor und wir leben nach.Im konkreten Einzelfall sind einfache Anweisungen zudem sehr schwer umsetzbar: Was heißt es denn zum Beispiel, freundlich zu sein? In welchem Fall gilt dies und gibt es Ausnahmen? Wie freundlich muss ich sein? Wem gegenüber muss ich freundlich sein?Unser Verhalten, das von Jesus vorgelebt und von uns nachgelebt wird, kann verglichen werden mit einem Künstler, der ein Portrait abzeichnet. Es gibt für die Zeichnung oder das Gemälde keine Anleitung, welcher Pinselstrich wie gemacht wird. Aber es gibt einen Ursprung für das Portrait, dass abgebildet werden soll. So ist es mit Christus, den wir in unsere Welt zeichnen. Wir als Menschen bilden Christus ab. Wir ahmen das lebendige Portrait nach, um so in der Welt zu sein und zu handeln, wie Christus es tun würde. Im Vers werden wir „Kinder“ genannt, das heißt, wir sind nah an Jesus dran. Deshalb wird sich seine Aufopferung für die Welt, in uns wiederfinden.Es grüßt Sie im Namen der Gemeindeleitung

Ihr Sem Dietterle